einige schnelle gedanken
zu den (elektro-akustischen) grundlagen von weltAustellung

.

.

weltAusstellung ..."invite the bowler hat crowd
into the asylum for ten minutes of goatee-scratching
...and then it gets weird. In only the best of ways."
-the muse in music-

weltAusstellung is a situational alliance of noise-makers, visual artists,
improvisers and composers of the absurd, based in Düsseldorf and Berlin:
- Peter Issig - Anja Lautermann - Uwe Möllhusen - Thilo Schölpen -
They work in the field of sound-action, sound-installation, radio-art,
music-theatre and soundtrackism.
They wring unsettled ideas from a wide range of sound-sources of their own invention,
varying their approach in order to experiment with a range of methods and standards.
“We play each sound object that passes the test of significance:
from massage tools to Styrofoam, from selfmade electronics to piano.
We are not interested in the latest sound technology but in the raw and direct signal...
which is the basic principle of absurd composition. Absurd composition tends to be
doomed to failure and delivers an unexpected twist. Our ambition is to transgress
from the internal motivation (of the composition) to the point of failure.”

.

mit der romantischen haltung von stil-rebellen spielen wir
mit den befreienden, irrationalen aspekten der avantgarden
des letzten jahrhunderts, isolieren teile der mittlerweile
musikhistorischen erfindungen von der geschichte und ihren
totengraebern, um sie als treibstoff und imaginaeres
instrument für unsere wiederbelebenden spleens zu nutzen.

wir fühlen uns keinem genre verpflichtet.
die genres sind ein zensor, der die eigenen kreativen
möglichkeiten gefangen hält. uns interessiert eine haltung,
die uns befähigt, mit grösstmöglicher radikalität zu vergessen
was wir gelernt haben, um platz zu schaffen für etwas, das
wir noch nicht kennen

rein akustische geräusche haben eine grössere
informationsdichte als elektronisch generierte. ihre lange
geschichte hat sie permanent mit bedeutungen aufgeladen,
die in unserem nervensystem gespeichert sind. sie gehören
in die welt der körper...sie sind aber auch der absterbende,
eingeschlossene inhalt einer zunehmend virtualisierten
umwelt und werden von medienhypnotisierten konsumern
eher als störend empfunden, da sie nicht teil einer benutzer-
freundlichen oberfläche sind.
der rein elektronische klang hat sich mittlerweile als eine der
wesentlichen treibkrafte der medienmassage kompromittiert
und designt uns in 3d zu tode.
wir haben uns seit 2005 aus der rein elektronischen klang-
erzeugung zurückgezogen aber nutzen ihr schöpferisches
potential zur erweiterung bzw mutation der akustischen
objekt- und körperklänge.

unsere musik lebt in erster linie von klang-verformung.
... keine hör- und spielgewohnheiten zu lange zu sehr lieben ...
...abgenutzte klänge entsorgen oder als schwarzen
humor recyclen.

du kannst deine unmittelbare umgebung spontan und
testweise zur klang-generierung nutzen, klangkörper
in beschleunigte rotation. vibration oder schwingung
versetzen und sie mit heftigen gefühlausbrüchen, wie
vor glück jauchzen, kombinieren. gerade bei der
begegnung zweier geräusche, die sich noch nicht
kennengelernt haben, entsteht ja bekannterweise
die surreale schönheit.

wir sehen uns in der tradition einer ungeschriebenen geschichte
der kulturellen aussenseiter und unbekannten protestkünstler.
es ist nicht so schlimm unbekannt zu bleiben, schlimmer ist es,
mit lauter bekannten immer wieder das gleiche zu machen.

nicht die neueste sound-technologie
sondern die rohe ur-form, das direkte signal
ist das basiselement unserer klangforschung.
" manchmal frage ich mich, wie es wohl direkt im kopf klingt,
wenn man mit grosser geschwindigkeit gegen etwas sehr
hartes knallt, das einem den schädel zerschmettert. "

die sogenannte klangforschung korreliert mit der
idee, einer komposition in schnellen worten. der
rest bleibt geheimnis-fehler-irrtum-zufall, den kleinen
abenteuern, die manchmal alles verändern können.

kultische geräusch drones, klang-puzzles,
surreale collage, live-music concrete, ur-folk und sound-effects
...die sound rallye geht weiter!
alles verschwindet genauso wie es gekommen ist.
ein moment der rastlosigkeit begleitet uns. das flüchtige
moment gehört zur natur des musikalischen ereignisses.
auf der flucht kann man schallprodukte zurücklassen und damit
eine spur legen an der sich nachfolgende orientieren können.

die veröffentlichten klangmontagen
- hazard - exploring the unknown - schnitt -
gehorchen keinem vordergründigen oder dramatischen
kompositionsprinzip. sie folgen den phänomenen des bruchs,
der unerwarteten wendung, der fluktuation, der instabilität
und in gewissem masse auch denen des schocks, jenseits
einer häufig damit assoziierten attitüde.

ziel ist die ekstatische realisation, die
aus der abweichung, aus überschreitungen, aus
drehungen besteht und die, ausgehend vom inneren
der komposition, diese zu ihrem bruchpunkt führen soll.

.

.

.

.

.

.

.

.